Welche Symptome hat die Corona Delta-Variante?

Wer nur niesen musste und schnupfen hatte, konnte bisher ziemlich sicher sein: Das ist kein Corona. Doch mit der Delta-Variante hat sich das geändert: Sie hat andere Symptome als die vorherigen Varianten. Welche Unterscheidungen gibt es jetzt noch zwischen Covid-19, Grippe und Erkältung? Sind die Symptome bei Kindern identisch wie bei Erwachsenen? Und können auch Geimpfte sich infizieren und andere Menschen anstecken?

Was sind die typischen Symptome einer Delta-Infektion?

Die Symptome einer Corona-Infektion sind mittlerweile weithin bekannt: über 38 Grad Fieber, Husten, Kopf- und Gliederschmerzen, Abgeschlagenheit, Verlust von  Geruchs- und Geschmackssinn. Bei der Delta-Variante, die mit einer Verbreitung von 84 Prozent in Deutschland inzwischen vorherrschend ist, unterscheiden sich die typischen Symptome jedoch teilweise. Das klassische fieberhaftes Krankheitsbild, insbesondere eine fieberhafte Atemwegsinfektion, bleibt zwar bestehen. Doch nach einer Infektion tritt in den meisten Fällen kein Geruchs- und Geschmacksverlust auf. Darüberhinaus leiden Delta-Patienten vor allem unter Kopfschmerzen und einer laufenden Nase. Aufgrund der hohen Impfquoten in Deutschland und anderen Ländern verläuft die Krankheit zwar oftmals milder. Ds dürfe abr nicht darüber hinwegtäuschen, dass nach wie vor die Gefahr von schweren Corona-Verläufen bestehe, betonte der Münchner Infektiologe Christoph Spinner im Interview mit dem ZDF. Im Zweifel gilt also weiterhin: Lieber einen Corona-Test machen. 

Was sind Unterscheidungsmerkmale zu einer Allergie?

Wer unter allergischen Erkrankungen leidet, hat im Normalfall keine Kopf-, Hals- und Gliederschmerzen – man fühlt sich nicht wie bei einer Grippe. Menschen mit Allergie haben vielmehr sehr häufig mit tränenden oder juckenden Augen und einer laufenden Nase zu kämpfen, also mit einer Entzündung der Nasen-Augenbindehäute. Trotzdem ist Vorsicht geboten, denn ein bestimmtes Symptom lässt sich nicht immer zweifelsfrei auf eine Allergie zurückführen. Allergiker*innen sollten deshalb gerade im Hinblick auf Delta genau auf ihre Symptome achten. Immer dann, wenn die gewohnte Symptomatik anders ist und vor allem, wenn Kopf- oder Halsschmerzen und Husten hinzukommen, sollte man sich testen lassen.

Sind die Symptome bei Kindern anders?

Die Symptome bei Heranwachsenden sind den Erkrankungsmerkmalen von Erwachsenen sehr ähnlich, sie fallen bei Kindern allerdings oft schwächer aus. Problematisch ist, dass die Delta-Variante besonders Kinder treffen könnte, da für die meisten Kinder und Jugendliche eine Impfung bisher noch nicht vorgesehen ist. Das erhöhte Ansteckungsrisiko für junge Menschen wird auch durch eine Studie unter der Leitung von Professor Tim Spector aus Schottland bestätigt: belegt. Deshalb hat die britische Gesundheitsorganisation „National Health Service“ Eltern auch dazu aufgerufen, bei Kindern besonders auf die folgenden Symptome achten:

  • Müdigkeit
  • Kopfschmerzen
  • Fieber 
  • Halsschmerzen
  • Laufende Nase
  • Verlust des Appetits

Dass die Symptome eher an eine Erkältung erinnern, macht den Umgang mit der Erkrankung besonders tückisch – und bereitet dem britischen Epidemiologe Tim Spector Sorgen. Er befürchtet, dass viele Jugendliche glauben, sie hätten nur eine harmlose Erkältung. „Dann gehen sie trotzdem weiter auf Partys und stecken dort viele weitere Leute an.“ Deshalb appelliert Spector vor allem an junge Menschen, zu Hause zu bleiben und sich bei den entsprechenden Symptomen umgehend testen zu lassen.

Können sich auch Geimpfte anstecken?

Sogenannte Impfdurchbrüche werden immer häufiger beobachtet: Selbst vollständig Geimpfte können sich mit dem Coronavirus infizieren. Geimpfte sind demnach nicht zu 100 Prozent vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus geschützt sind. Das bedeutet übrigens nicht, dass die Corona-Impfstoffe von Biontech, Moderna und Co. nicht wirken. Sie schützen auf jeden Fall vor schweren Krankheitsverläufen.

Auch neueste Studiendaten aus den USA zeigen, dass die meisten Betroffenen, die sich trotz einer Impfung mit Corona infizierten, nur milde Symptome aufwiesen, ein Drittel hatte sogar keinerlei Symptome. Viele der Geimpften hätten laut Studie über weniger Symptome und auch über einen kürzeren Zeitraum geklagt – das wiederum ist ein klares Indiz, dass sie weniger ernsthaft erkrankten und schneller gesund wurden.

Unterscheiden sich die Symptome, wenn sich Geimpfte trotzdem angesteckt haben?

Prinzipiell sind die Erkrankungs-Symptome von Geimpften und Ungeimpften sehr ähnlich. Trotzdem kamen bei den Auswertungen einer britischen Studie kleine Unterschiede zum Vorschein. Bei den infizierten Geimpften zeigten sich überwiegend vier Hauptsymptome:

  • Niesen
  • Kopfschmerzen
  • Laufende Nase
  • Halsschmerzen

Niesen ist normalerweise kein häufiges Symptom einer Corona-Erkrankung. Und bei Ungeimpften ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass die Ursache dafür eine Erkältung oder eine Allergie ist. Bei Geimpften könnte es aber eher ein Zeichen von Covid-19 als von Heuschnupfen sein. Denn laut Studie meldeten Menschen, die geimpft und dann positiv auf Covid-19 getestet wurden, heftiges Niesen deutlich häufiger als Symptom als diejenigen ohne eine Impfung. Wer also geimpft ist und scheinbar grundlos viel niest, sollte Vorkehrungen treffen, um die weitere Ausbreitung des Virus zu stoppen. Denn gerade durch unkontrolliertes Niesen werden sehr viele Virenpartikel verbreitet. Betroffene sollten versuchen, Mund und Nase bei jedem Husten und Niesen mit einem Taschentuch oder der Innenseite des Ellbogens abzudecken, um die Ausbreitung von Tröpfchen zu minimieren.

Übrigens mahnt auch das Robert-Koch-Institut Geimpfte, auftretende Symptome nicht zu ignorieren. Die Empfehlung lautet: „Wenn Sie geimpft wurden und ohne Erklärung viel zu niesen beginnen, sollten Sie einen Corona-Test machen, insbesondere wenn Sie in der Nähe von Menschen leben oder arbeiten, die einem höheren Risiko für die Krankheit ausgesetzt sind.“ Auch wenn Sie eines oder gar mehrere der anderen Symptome zeigen, ist ein Corona-Test sinnvoll. Nur so können Sie ausschließen, dass Sie die Krankheit nicht weitertragen.

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