Inzidenz, Morbidität, Mortalität, Prävalenz – wichtige Corona-Begriffe einfach erklärt!

Inzwischen kennen wir viele Begriffe rund um das Coronavirus und die Krankheit Covid-19. Viele sind schwer zu verstehen und erklärungsbedürftig, zudem kommen ständig neue Fremdwörter hinzu. Nachfolgend sollen einige wichtige Begriffe erklärt werden und die Rolle, die sie für Experten bei der Risikoeinschätzung spielen. Außerdem klären wir, wie anhand dieser Begriffen die aktuelle Chorona-Lage bewertet und Schutzmaßnahmen abgeleitet werden.

Was versteht man unter Inzidenz?

Seit Beginn der Corona-Pandemie geht es in den Nachrichten ständig um die Inzidenz, denn sie galt bisher als die entscheidende Maßeinheit für Lockerungen bzw. Verschärfungen von Maßnahmen. Die 7-Tage-Inzidenz zeigt an, wie viele Menschen über e7 Tage hinweg neu am Coronavirus erkrankt sind. Als Grundlage wird dafür die Anzahl an Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner genutzt. Liegt die 7-Tage-Inzidenz beispielsweise bei 14, so bedeutet dies, dass sich innerhalb von sieben Tagen 14 von 100.000 Menschen neu mit dem Coronavirus infiziert haben – pro Tag also im Schnitt 2. Nicht einbezogen wird dabei jedoch, wie stark die Symptome sind. Eine erkrankte Person, die keinerlei Symptome hat, zählt genauso wie eine Person, die aufgrund der Coronainfektion im Krankenhaus behandelt werden muss. Deshalb sollen künftig auch andere Werte wie beispielsweise die Hospitalisierungsrate eine Rolle spielen. 

Was ist der Unterschied zwischen Inzidenz  und Prävalenz?

Die Prävalenz ermittelt, wie viele Personen einer Bevölkerung zu einem bestimmten Zeitpunkt an einer bestimmten Krankheit erkrankt sind. Die Prävalenz stellt also eine Momentaufnahme dar. Üblicherweise bezieht man die gemeldeten Fälle auf eine definierte Menge an Menschen, etwa pro 100.000 Einwohner. Wichtig zu wissen: Die Prävalenz gibt Aufschluss über bestehende Fälle, die Inzidenz hingegen über neu auftretende Fälle. Prävalenz und Inzidenz sind also grundsätzlich zwei völlig verschiedene epidemiologische Bewertungen und dürfen nicht verwechselt werden.

Was ist mit Morbidität gemeint?

Die Morbidität ist ein Überbegriff von Inzidenz und Prävalenz. Sie beantwortet die Frage, wie viele Personen aus der Gesamtbevölkerung erkrankt sind – Je nachdem welchen Maßstab man anlegt, beispielsweise den Zeitraum und ob Neuerkrankungen oder die aktiven Fälle.

Was ist die Hospitalisierungsrate?

Da bei der Einordnung der Intensität einer Pandemie nicht nur entscheidend ist, wie viele Menschen erkrankt sind, sondern auch wie schwer, ist die Hospitalisierungsrate von großer Bedeutung. Diese gibt an, wie viele Corona-Patienten im Krankenhaus behandelt werden müssen. Bezogen wird die Zahl auf Krankenhauseinweisungen pro 100.000 Einwohner in einem bestimmten Zeitraum (zum Beispiel innerhalb von 24 Stunden oder innerhalb von sieben Tagen). 

Sie gibt also Hinweise darauf, ob  dem Gesundheitssystem eine Überlastung droht. Viele Experten fordern deshalb, diese Zahl statt der bundesweiten Inzidenz zum Hauptkriterium zu machen. Schließlich entsteht durch  immer mehr Geimpfte eine zunehmende Grundimmunisierung, wodurch es immer weniger schwere Verläufe gibt. Noch ist die Datenlage aber unzureichend. Um sie zu verbessern, hat das Bundesgesundheitsministerium am 11. Juli 2021 die Verordnung angekündigt, dass die Krankenhäuser mehr Details zu Covid-19-Fällen melden sollen: Belegung von Intensivstationen, alle Krankenhauseinweisungen wegen COVID-19 sowie Alter, Art der Behandlung und Impfstatus der Patienten.

Aktuell liegen in Deutschland 361 an Corona erkrankte Personen auf der Intensivstation, 184 davon sind an ein Beatmungsgerät angeschlossen. Zum Vergleich: Im Januar mussten fast 5.800 Personen intensivmedizinisch betreut werden. Markus Scholz, Professor für Genetische Statistik an der Uni Leipzig, sagt: „Grundsätzlich ist es gut, die Anzahl der Hospitalisierungen als weiteren Parameter neben der Inzidenz zu betrachten. Durch die vielen Geimpften droht uns in der vierten Welle eher keine Überlastung des Gesundheitswesens. Dazu müsste die Inzidenz schon sehr hoch sein.“

Warum gibt es unterschiedliche Begriffe für die Sterblichkeit?

Wie tödlich ist Corona wirklich? Sterben wegen der Pandemie mehr Menschen als sonst? Statistische Auswertungen geben Antworten – zum Teil mit aktuellen Zahlen, teilweise aber auch mit den Zahlen von 2020, gemessen an den Vorjahren und verglichen mit der Schwere der Corona-Pandemie in einzelnen Monaten. Doch was hat es mit den unterschiedlichen Begrifflichkeiten auf sich? Und was bedeuten sie?

• Mortalität: Der Begriff leitet sich vom lateinischen „mortalitas“ ab und bedeutet „Sterblichkeit“. Die Mortalitätsrate ist demnach die Anzahl der Sterbefälle während eines bestimmten Zeitraums (zum Beispiel eines Jahres) im Verhältnis zur gesamten Bevölkerung. Gleichbedeutend mit der Mortalität sind die Begriffe Todesrate oder Sterblichkeit. Am Ende eines Monats oder eines Jahres geben uns die sogenannte Übersterblichkeit (sie weist aus, wie viele Personen mehr sterben als zu erwarten war) eine Antwort über die Opfer der Pandemie. 2020 lag die Übersterblichkeit im Jahresschnitt bei 5 Prozent, im Dezember lag der Wert sogar bei 29 Prozent.

• Letalität: Von der Mortalität zu unterscheiden ist die Letalität: Der Begriff stellt die Todesfälle in Bezug auf die Anzahl aller Corona-Erkrankten beziehungsweise Infizierten dar. Die Letalität beschreibt also die „Tödlichkeit“ einer Erkrankung beziehungsweise Infektion. Sie wird ermittelt, in dem man die Zahl der Corona-Verstorbenen teilt durch die Zahl aller Corona-Infizierten. Dafür müsste man aber die Gesamtzahl aller Infizierten wissen. Weil man aber nicht alle Menschen jeden Tag testen kann, kennt niemand diese Zahl. Genau genommen ist die Letalität also ein theoretischer Wert – zumindest auf das Corona-Virus bezogen.

• Fallsterblichkeit: Die „Fallsterblichkeit“ beziehungsweise der „Fall-Verstorbenen-Anteil“ gibt dagegen an, wie viele tatsächlich registrierte Corona-Erkrankte versterben. Es wird also nicht die tatsächliche Zahl der Infizierten (wie bei der Letalität) in Relation zu den daran Verstorbenen gesetzt, sondern die Zahl der als diagnostiziert gemeldeten Fälle. Je nachdem, wie flächendeckend getestet wird, gibt es riesige Unterschiede zwischen Ländern und Regionen. Eines ist aber allen gemeinsam: Die Zahl der tatsächlich Infizierten liegt dramatisch höher: in Deutschland zirka siebenmal, in Italien sogar bis zu 30-mal. In Deutschland liegt die „Fallsterblichkeit“ bei 2,46 Prozent – das bedeutet, dass knapp 2,5 von 100 identifizierten Corona-Erkrankten an den Folgen von Covid-19 versterben.

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